Prof. Dr. Roland Doschka, international renommierter Kurator, Kunstkritiker und Kunstsammler. Auszug aus seiner Rede anlässlich einer Vernissage am Landgericht Stuttgart.


... „Die Skulpturen Sylvia Reisers erscheinen auf den ersten Blick verspielt, lyrisch und kostbar. Sie wirken geradezu feierlich und haben den Anschein des Alltäglichen abgestreift. ... Da ist glänzendes Gold, ... makelloser Marmor und jenes Lapislazuliblau, das schon immer zu den kostbarsten Farben zählte. ... Es kontrastieren nicht nur die geometrisch kristallinen Formen des Marmors mit den pflanzenhaft aufblühenden Formen der Goldbleche, sie (Sylvia Reiser) setzt auch der Schwere des Marmors die schwebende Leichtigkeit – besser: Schwerelosigkeit der sich bei jedem Lufthauch bewegenden Goldformen entgegen. Die Monumentalität des Marmors wird durch den spielerischen Gegenpart der vergoldeten und lapislazuliblauen Formen aufgehoben. ... Und das macht den Reiz ihrer Skulpturen.

Ihre Skulpturen und Metallobjekte verkörpern Bewegung, einen „élan vital", ein stetiges Fließen und sich Verändern. Die Formen, die ihre Metallobjekte in den Raum schreiben, wirken wie eine fernöstliche Linienschrift, wie lebendige kalligraphische Zeichen. Durch die sich spiegelnden, vergoldeten Oberflächen nehmen sie den Umraum auf, geben ihn optisch wieder, reflektieren seine Struktur. Kein Wunder, dass Sylvia Reiser auch in China und Japan ein interessiertes Publikum gefunden hat, ... denn gerade in der fernöstlichen Kunst und Philosophie spielt das Fließen der Kräfte und ihre ständige Bewegung eine zentrale Rolle."